Freitag: Doubles Day
Den Auftakt des Wochenendes machten am Donnerstag traditionell die Jugendlichen und Senioren. In den Nachwuchsklassen wurde auf hohem Niveau gekämpft – mehr Infos dazu im seperaten Beitrag.
Am Freitag fielen auch die Entscheidungen in allen Doppel‑Bewerben – und die waren durchwegs hochkarätig besetzt.
Herren-Doppel (A‑Men Elite Doubles)
Im Herren-Doppel setzten sich die auf zwei gesetzten Youngster Markus Perschinka und Leonhard Prager eindrucksvoll durch. Das Duo behielt in einem knappen Finale die Nerven gegen Jonas Grafeneder und Emanuel Schöpf und holte sich erstmals den Österreichischen Meistertitel. Bronze ging an die Vorjahressieger Philipp Patzelt und Leon Sam, die das kleine Finale für sich entschieden. Rang vier belegten die Brüder Robin und Romeo Sam.
Damen-Doppel (A‑Women Elite Doubles)
Bei den Damen gab es einen klaren Favoritensieg: Romy Nothegger und Clarissa Steiner (gesetzt mit Nr. 1) besiegten im Finale Saskia Feucht und Lena Palatin und krönten sich zu Österreichischen Meisterinnen. Das Podium komplettierten Sophie Fichtenbauer gemeinsam mit Nadja Messinger auf Rang drei, während das Duo Romeo Sam und Karolin Radl den vierten Platz belegte.
Mixed-Doppel (A‑Mixed Elite Doubles)
Das Mixed‑Doppel lieferte das auch ein spannendes Finale. Leon Sam und Lena Palatin behielten gegen Jonas Grafeneder und Romy Nothegger (gesetzte Nr. 1) die Oberhand und sicherten sich den Titel.
Samstag: Bundesliga-Team-Entscheidung
Bundesliga: Sportunion Rackathletes Vienna holen sich erneut den Titel
Der Samstag stand ganz im Zeichen des Mannschaftsbewerbs – der Bundesliga. Und hier gab es keine Überraschung: Die Sportunion Rackathletes Austria I machte ihrer Favoritenrolle alle Ehre und sicherte sich mit drei relativ überzeugenden Siegen in der Vierergruppe den Meistertitel. Für die Wiener war es bereits der sechste Bundesliga‑Titel in Folge – eine beeindruckende Serie.
Das Erfolgsteam bestand aus Lena Palatin, Simone Seitz, Marin Baumann, Leon Sam, Stefan Urban und Marcel Weigl.
Französische Legionäre als Verstärkung
Ein wesentlicher Baustein für die Dominanz der Rackathletes war auch heuer die strategische Verstärkung mit internationalen Top‑Spielern. Gleich zwei Legionäre aus Frankreich standen für die Wiener auf dem Court: Neben dem hochtalentierten Leon Sam (der selbst französische Wurzeln hat) war vor allem Sylvain Ternon ein echter Gewinn. Der Franzose, der im Laufe seiner Karriere die Weltnummer 1 war, beendete seine aktive Racketlon‑Karriere 2025 – und zwar mit einer denkwürdigen Leistung: Er war der letzte Spieler, der den amtierenden Racketlon‑Weltmeister Leon Griffiths besiegen konnte (bei einem Turnier in der Türkei). Dass sich ein Spieler von diesem Kaliber für die Rackathletes in die Bresche wirft, zeigt einmal mehr die hohe Wertschätzung, die der österreichische Racketlon‑Sport genießt.
Neben dem Siegeszug der Rackathletes Vienna überzeugten auch die jungen Teams von ASVÖ Racketsport Vösendorf und TC Marienthal mit starken Leistungen. Beide Mannschaften zeigten taktisch reifes Racketlon und kamen den etablierten Größen ein gutes Stück näher. Das lässt hohe Spannung für die Zukunft erwarten – der Kampf um die Bundesliga‑Krone wird in den kommenden Jahren noch enger werden.
Sonntag: Einzel-Entscheidungen – Triumph, Überraschung und bittere Verletzung
Der Höhepunkt des Wochenendes war traditionell der Sonntag mit den Einzelbewerben der Allgemeinen Klasse. Hier fielen die finalen Entscheidungen – und sie brachten sowohl erwartete als auch völlig überraschende Ergebnisse.
Damen‑Einzel (A‑Women Elite)
Bei den Damen kam es zu einem Wechsel an der Spitze. Titelverteidigerin Irina Schöpf (ehemals Olsacher), die das Damen‑Einzel in den Vorjahren dominiert hatte, musste in diesem Jahr passen. Der Grund war ein freudiger: Die fünffache Staatsmeisterin und ihr Ehemann Emanuel Schöpf erwarten ihr erstes Kind – ein Grund mehr, der neuen Meisterin zu gratulieren.
In Abwesenheit der großen Favoritin nutzte Sandra Ettenauer (gesetzt Nr. 1) ihre Chance. Im Round‑Robin‑Format setzte sie sich gegen Clarissa Steiner (Nr. 2), Romy Nothegger und Karolin Radl klar durch und sicherte sich ihren ersten Österreichischen Meistertitel.
Herren‑Einzel (A‑Men Elite) – Schöpfs sechster Streich
Die Königsdisziplin der Herren lieferte genau das, was die Fans erwarteten: eine Demonstration von Emanuel Schöpf. Der 28‑jährige Vorarlberger präsentierte sich in bestechender Form und dominierte das gesamte Turnier nach Belieben. So sehr, dass er im Spaß die Bemerkung machte: Hätte er seinen Tennisschläger zu Hause vergessen, wäre er trotzdem Meister geworden – denn seine Spiele waren jeweils bereits nach der Squash‑Box (der dritten Disziplin) entschieden. Mit diesem Sieg holte sich Schöpf bereits seinen sechsten Österreichischen Meistertitel im Einzel und untermauerte damit seine Vormachtstellung im heimischen Racketlon.
Im Finale traf Schöpf auf eine echte Überraschung: Johannes Sgiarovello. nutzte seine vermeintlich gute Auslong und feierte wahrscheinlich seinen größten Erfolg seiner Karriere. Zwar gewann Sgiarovello das Tischtennis noch mit 21:14, doch im Badminton und Squash war gegen den übermächtigen Champion kein Kraut gewachsen (4:21 und 6:21).
Die beiden hochtalentierten Zwillinge Romeo und Robin Sam sorgten für das nächste Ausrufezeichen. Im kleinen Finale um Platz 3 setzte sich Romeo Sam (gesetzt Nr. 4) knapp gegen seinen Bruder Robin durch. Beide hatten zuvor im Semifinale gegen die Spitze (Schöpf bzw. Sgiarovello) gezeigt, dass sie den Anschluss an die Elite bereits gefunden haben und um die Medaillen mitspielen können. Mit den Rängen drei und vier setzen die Nachwuchshoffnungen ein starkes Zeichen für die Zukunft des österreichischen Racketlon.
Eine bittere Nachricht gab es ebenfalls am Sonntag: Leon Sam, der derzeit aktivste österreichische Racketlon‑Spieler auf internationaler Ebene und am Freitag noch Mixed‑Meister, erlitt bereits in Runde 1 des Herren‑Einzels eine Verletzung. Er spielte die Partie zwar zu Ende, konnte aber ab dem Squash nicht mehr voll spielen. Wir wünschen gute Besserung.
Ebenfalls nicht am Start war Leonhard Prager – der Sieger des Herren‑Doppels vom Freitag. Prager hatte sich ursprünglich auch für das Einzel gemeldet, sagte seine Teilnahme jedoch kurzfristig ab. Der Grund: Intensive Vorbereitung auf seine Matura, die zeitlich mit den Meisterschaften kollidierte.
B‑Men Amateur: Doppelerfolg der Michalskis
Am Sonntag wurde auch B‑Klasse der Herren Amateur ausgetragen. Hier dominierte Piotr Michalski (gesetzt Nr. 2) setzte sich im Finale gegen den topgesetzten Oliver Bodem durch. Rang drei ging an Andrzej Michalski,
Fazit: Ein denkwürdiges Wochenende im Tennis Point Vienna
Die 24. Österreichischen Racketlon Meisterschaften waren aus sportlicher Sicht ein voller Erfolg: Ein überragender Emanuel Schöpf, eine überraschende Vizemeister Johannes Sgiarovello, die aufstrebenden Sam‑Brüder und eine neue Damenmeisterin Sandra Ettenauer. Doch es gab auch Schattenseiten: Die Verletzung von Leon Sam in Runde 1 und die Matura‑bedingte Absage von Leonhard Prager trübten die Freude ein wenig. Gleichzeitig beweisen beide jedoch, dass sie auch mit Rückschlägen umgehen können – und dass von ihnen in Zukunft noch viel zu erwarten ist.
Die Einbettung in die Sport Austria Finals sorgte einmal mehr für eine großartige Bühne mitten in Wien. Die Siegerehrungen der allgemeinen Klasse fanden am Rathausplatz statt, wo die Stimmung hervorragend war. Erneut eine tolle Veranstaltung für den österreichischen Racketlonsport – und die Vorfreude auf das nächste Jahr ist bereits jetzt groß.
Weitere Bilder unter: https://www.picdrop.com/sportaustria/Jt8BDfvC8Y