Die Team-Weltmeisterschaften im Racketlon sind für die österreichische Mannschaft mit einer insgesamt sehr positiven Bilanz zu Ende gegangen. Trotz einer heuer deutlich weniger Spieler, dem Fehlen mehrerer etablierter Leistungsträger und schwieriger Rahmenbedingungen konnte Österreich in mehreren Altersklassen um die vorderen Plätze mitspielen. Am Ende stehen ein Weltmeistertitel, mehrere zweite Plätze sowie weitere Top-4-Platzierungen zu Buche.
Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse vor dem Hintergrund, dass einige langjährige Nationalteamspieler in diesem Jahr nicht zur Verfügung standen. Dafür standen neben etablierten Kräften mit Stefan Urban und Clarissa Steiner einige Newcomer mit Johannes Sgiarovello, Markus Perschinka, Romeo Sam, Benjmain Radl und Florian Prorok am Platz und vertraten Österreich im Nations Cup, der zweithöchsten internationalen Kategorie.
Umso höher ist die Leistung der Spielerinnen und Spieler bei der Team-WM einzuschätzen.
Allgemeine Klasse: Platz vier gegen starke internationale Konkurrenz
In der Allgemeinen Klasse startete Österreich mit einem verhältnismäßig jungen und gegenüber den vergangenen Jahren veränderten Team in die Weltmeisterschaft. Die Vorrunde verlief dabei sehr erfreulich.
Gegen Großbritannien 3 konnte Österreich ebenso einen Sieg einfahren wie gegen USA 1. Lediglich gegen Frankreich 2 musste sich das österreichische Team geschlagen geben.
Damit war der Einzug in die Platzierungsspiele geschafft. Im Spiel um Platz drei wartete mit Hong Kong 1 allerdings ein weiterer starker Gegner. Österreich musste sich dort mit 18 Punkten Rückstand geschlagen geben und beendete die Weltmeisterschaft schließlich auf dem vierten Platz.
Auch wenn damit eine Medaille knapp verpasst wurde, ist der vierte Rang angesichts der personellen Situation und der starken internationalen Konkurrenz als sehr gutes Ergebnis zu bewerten. Österreich zeigte, dass auch mit einer veränderten Mannschaft weiterhin das Potenzial vorhanden ist, bei einer Weltmeisterschaft ganz vorne mitzuspielen.
Ein besonderes Highlight war dabei das Debüt von Romeo Sam, der erstmals in der Allgemeinen Klasse bei einer Team-Weltmeisterschaft antrat. Der amtierende U16-Weltmeister sammelte damit wertvolle Erfahrung auf höchstem Niveau und konnte gleichzeitig zeigen, dass die nächste Generation bereits bereitsteht, Verantwortung in der Allgemeinen Klasse zu übernehmen.
U14: Vierter Platz für Kürzl und Gallert
Auch das österreichische U14-Team durfte sich über eine Top-4-Platzierung freuen.
Daniel Kürzl und Bruno Gallert erwischten einen erfolgreichen Start in die Weltmeisterschaft und konnten ihr erstes Spiel gegen Frankreich 2 gewinnen. In den darauffolgenden Begegnungen warteten mit Großbritannien 1 und Großbritannien 2 zwei starke Gegner. Gegen beide britischen Teams musste Österreich Niederlagen hinnehmen.
Am Ende stand damit der vierte Platz.
Für die beiden jungen österreichischen Spieler war die Weltmeisterschaft vor allem eine wichtige Erfahrung auf internationaler Ebene. Der Sieg zum Auftakt zeigte das vorhandene Potenzial, gleichzeitig bot das Turnier die Möglichkeit, gegen starke Nationen wichtige Erfahrungen für die kommenden Jahre zu sammeln.
U16: Österreich holt souverän den Weltmeistertitel
Das sportliche Highlight aus österreichischer Sicht war zweifellos das U16-Team.
Mit den beiden Erst- und Zweitplatzierten der U16-Einzelweltmeisterschaft war Österreich bereits mit einer äußerst starken Ausgangsposition in das Mannschaftsturnier gestartet. Diese Favoritenrolle bestätigte das Team eindrucksvoll und holte sich souverän den Weltmeistertitel mit Siegen gegen Hong Kong 2, Frankreich 2 und im Finale Frankreich 1.
Damit unterstrich Österreich einmal mehr seine hervorragende Nachwuchsarbeit. Gerade im Racketlon ist es ein wichtiger Faktor, dass Spielerinnen und Spieler bereits in den Nachwuchsklassen internationale Erfahrung sammeln und sich anschließend Schritt für Schritt in Richtung der Allgemeinen Klasse entwickeln. Der U16-Weltmeistertitel ist deshalb nicht nur ein Erfolg für die beiden Spieler, sondern auch ein starkes Signal für die Zukunft des österreichischen Racketlon.
U18: Silber nach starkem Turnier
Auch das österreichische U18-Team spielte um den Titel mit.
Robin Sam, Markus Perschinka und Karolin Radl kämpften sich bis ins Finale vor und mussten sich dort Frankreich geschlagen geben. Damit holte Österreich die Silbermedaille.
U21: Ebenfalls Platz zwei
Auch in der U21 erreichte Österreich das Finale.
Das Team mit Benjamin Radl, Romy Nothegger und Markus Perschinka konnte sich zunächst erfolgreich mit Siegen gegen Frankreich und Großbritannien 2 durch die Gruppenphase spielen und sicherte sich damit den Einzug ins Endspiel. Dort wartete mit Großbritannien 1 ein starker Gegner. Österreich musste sich im Finale geschlagen geben und beendete die Weltmeisterschaft somit auf dem zweiten Platz.
Nach dem erfolgreichen Abschneiden in der Gruppe ist die Silbermedaille ein Ergebnis, auf das das U21-Team durchaus stolz sein kann. Gleichzeitig zeigt die Platzierung, dass Österreich auch in der Übergangsphase zwischen Nachwuchs und Allgemeiner Klasse international auf hohem Niveau mithalten kann.
Eine positive Bilanz trotz schwieriger Voraussetzungen
Die Racketlon Federation Austria zieht trotz schwieriger Voraussetzungen eine insgesamt positive Bilanz der diesjährigen Team-Weltmeisterschaften. Österreich musste mit einem deutlich ausgedünnten Kader antreten. Erschwerend kam hinzu, dass aufgrund der veränderten Fördersituation erstmals keine Trainer zur Team-WM mitreisen konnten. Die Spielerinnen und Spieler mussten daher ohne die gewohnte Betreuung auskommen.
Vor diesem Hintergrund sind die erzielten Ergebnisse umso höher einzuschätzen: Ein Weltmeistertitel in der U16, zwei Silbermedaillen in der U18 und U21 sowie zwei vierte Plätze in der U14 und der Allgemeinen Klasse zeigen, dass Österreich trotz der schwierigen Ausgangslage in mehreren Kategorien weiterhin zur internationalen Spitze gehört.
Besonders erfreulich ist aus Sicht der RFA die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Der U16-Weltmeistertitel und die Podestplätze in den Altersklassen U18 und U21 belegen, dass eine neue Generation von Spielerinnen und Spielern erfolgreich nachrückt. Das Debüt von Romeo Sam in der Allgemeinen Klasse ist dabei ein besonders schönes Beispiel: Der U16-Weltmeister konnte bereits bei den Erwachsenen wertvolle internationale Erfahrungen sammeln. Solche Einsätze sind ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer langfristigen Verstärkung des österreichischen Nationalteams.
Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, wie wichtig eine breite Basis im österreichischen Racketlon ist. Wenn etablierte Spieler aus unterschiedlichen Gründen ausfallen, müssen junge Athletinnen und Athleten in die Bresche springen können. Dass dies bei dieser Weltmeisterschaft so erfolgreich gelungen ist, spricht für die Qualität und die positive Entwicklung des österreichischen Nachwuchses.
RFA blickt optimistisch nach vorne
Die Team-WM 2026 war für Österreich daher weit mehr als eine reine Medaillenbilanz. Sie war ein Test unter erschwerten Bedingungen – und diesen Test hat die österreichische Mannschaft bestanden.
Der Weltmeistertitel in der U16, zwei zweite Plätze und zwei weitere vierte Ränge sind eine starke Ausbeute. Gleichzeitig haben zahlreiche junge Spieler internationale Erfahrung gesammelt und sich für weitere Einsätze empfohlen.
Auch Head Coach Clarissa Steiner zeigte sich mit den Leistungen durchaus zufrieden und stolz auf das Erreichte: „Auch wenn unser Elite Team heuer in etwas abgeschwächter Form angetreten ist, wurde bis zum Schluss gekämpft und alles für Österreich gegeben. Das klare Ziel für die kommenden Jahre muss sein, wieder ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen. Wenn ich mir unsere Nachwuchsspieler:innen ansehe, bin ich überzeugt, dass uns dafür alle Möglichkeiten offenstehen. Besonders hervorzuheben sich hier natürlich die erreichten Platzierungen: Die insgesamt drei Medaillen in vier angetretenen Jugendteams sprechen dabei für sich“
Die RFA bedankt sich bei allen Spielerinnen und Spielern, die Österreich bei der Team-WM vertreten haben, sowie bei allen Personen, die trotz der heuer schwierigen Rahmenbedingungen zur Vorbereitung und Durchführung beigetragen haben.
Die Ergebnisse zeigen: Österreich bleibt auch mit einer veränderten Mannschaft international konkurrenzfähig. Und vor allem der starke Nachwuchs macht Mut für die kommenden Jahre.


